MenschenrechteNahen Osten

Amnesty International: Iranische Tränengasgranaten für grauenvolle Todesfälle im Irak

Amnesty International sagte am Donnerstag in einer aktualisierten Presseerklärung, dass Tränengas- und Rauchgranaten Demonstranten im Irak getötet haben. Diese wurden vom iranischen Regime hergestellt.

Amnesty sagte, dass es weitere Untersuchungen bei den „weniger tödlichen“ 40mm Granaten gegeben hat, die bei den Ausschreitungen in Bagdad mehrere Demonstranten getötet haben.

„Eine neue Analyse zeigt, dass zusätzlich zu den serbischen Sloboda Ĉaĉak M99 Granaten auch ein erhebliches Maß an tödlichen Projektilen eingesetzt wurde. Dazu gehören M651 Tränengasgranaten und M713 Rauchgranaten, die von der Organisation für Verteidigungsindustrie (DIO) im Iran gefertigt wurden“, sagte die Menschenrechtsgruppe.

„Seit der ersten Veröffentlichung unserer Ergebnisse vom 31. Oktober hat Amnesty International weitere verifizierte Videos über vier Todesfälle erhalten, welche durch serbische und iranische Granaten verursacht wurden. Wir haben eine Reihe weiterer Fotos dieser Waffen über Einsatzkräfte am Boden erhalten. Durch die Auswertung dieser Beweisstücke konnte Amnesty International nun ihre Herkunft bestimmen.“

Amnesty International sagte weiter, dass sie keine Informationen darüber besitzen, welche Sicherheitskräfte die iranischen M651 und M713 Granaten in Bagdad abfeuerten.

Die tödlichen Granaten müssen sofort nach ihrer Nutzung eingesammelt werden. Es sollte eine unabhängige, unparteiische und transparente Untersuchung geben, wann und wo sie eingesetzt wurden und wieso es andere ungesetzliche Ermordungen und Verletzungsfälle bei den Protesten gegeben hat. Es muss heraus gefunden werden, welche Teile der Sicherheitskräfte für den Einsatz von exzessiver Gewalt verantwortlich waren und wer dafür zur Rechenschaft gezogen werden muss, hieß es weiter.

Die Abteilung Digitale Identifizierung von Todesopfern in der Gruppe hatte Videos ausgewertet, de vom Tahrir Platz in Bagdad gemacht wurden und auf denen Todesfälle und Verletzungen dokumentiert wurden. Einige Opfer hatten sogar „dampfende“ Kopfwunden. Ein Militärexperte identifizierte die Typen der Granaten, die sowohl aus Serbien als auch aus dem Iran stammen. Sie sind eine Abwandlung von militärischen Granaten und sind 10 Mal so schwer wie übliche Tränengasgranaten. Dies sorgt für grauenvolle Verletzungen und Todesfälle, wenn sie direkt auf Demonstranten abgefeuert werden.

„Alle Beweise zeigen, dass die irakischen Sicherheitskräfte diese militärischen Granaten gegen Demonstranten in Bagdad eingesetzt haben. Sie haben sie aus kurzer Distanz gezielt auf die Köpfe und Körper der Demonstranten abgefeuert. Dies hatte fatale Folgen, mehrere Schädel von Demonstranten wurden zertrümmert und es waren grauenvolle Kopfwunden zu sehen, nachdem die Granaten in ihren Köpfen aufgegangen waren.“, sagte Lynn Maalouf, die Direktorin für Forschung im Mittleren Osten bei Amnesty International.

„Es wurden keine Sicherheitskräfte zur Rechenschaft gezogen, die für diese ungesetzlichen Ermordungen zuständig waren. Sie sind für den Großteil der Opfer in diesem Monat verantwortlich. All das sendet ihnen die Nachricht, dass sie weiterhin morden können und dafür nicht bestraft werden. Die Behörden müssen die Polizei überprüfen und eine schnelle, unabhängig und effektive Untersuchung beginnen, damit diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden, die dafür verantwortlich sind.“