Menschenrechte

Amnesty International : schockierendes Justizsystem im Iran

NWRI-

Der Iran von heute unterscheidet sich ziemlich von dem Iran, über den uns die Geschichtsbücher etwas erzählen. Ein Land mit einer solchen an Farben und besonderen Ereignissen reichen Geschichte wird derzeit von einer korrupten Führung zerstört, die aus willkürlichen Gründen ihre Leute foltert und hinrichtet.

Amnesty International hat einen Bericht veröffentlicht, der einige der grauenvollen statistischen Daten aufführt, die den Iran zu einem der schlimmsten Länder machen, was die dortige brutale Führungsschicht anbelangt.

Im Laufe des Jahres 2016 gab es mehr als fünfhundert registrierte Hinrichtungen. Die Betonung liegt auf ‚registriert‘, weil es keinen Zweifel daran gibt, dass es viele gibt, die nicht offiziell festgehalten wurden. Mehr als die Hälfte der Hinrichtungen, die in der Welt stattfinden, ereignen sich im Iran.

Amnesty International liefert Zahlen über vier Gefängnisse im Iran: Rajaie Shahr Gefängnis (Gohardasht in Karadsch); Qezel Hessar Gefängnis [auch in Karadsch]; das Gefängnis von Urmia und das von Zahedan.

Im Trakt 10 des Gohardasht Gefängnisses in Karadsch gibt es derzeit mehr als 260 Gefangene – von denen 86 in Todeszellen sind. Trakt 3 des Gefängnisses beherbergt auch etwa 180 Häftlinge im Alter von 25 und darunter. Die Hälfte dieser jungen Leute ist in Todeszellen zur „Vergeltung“. Viele dieser jungen Leute wurden festgenommen, bevor sie 18 wurden.

In der Einheit 2 von Qezel Hessar sind etwa 1000 Gefangene, einige wegen Drogendelikten.

Im Gefängnis von Urmia sind mehr als hundert Gefangene in der Todeszelle in den Trakten 1, 2, 3 und 4. Acht der Gefangenen sind in Todeszellen, obwohl sie geistesgestört sind. Weitere drei Gefangene sind in Todeszellen im Trakt 12 und sechs Gefangene in Trakt 12 rechnen mit der Todesstrafe. Dieses Gefängnis hat auch einen besonderen Trakt für junge Menschen, wo sich sechs Personen in Todeszellen befinden. Weitere sechs Personen warten auf die Hinrichtung in Trakt 15, der für Gefangene mit Drogendelikten vorgesehen ist.

Im Gefängnis von Zahedan gibt es mindestens 136 Häftlinge in Todeszellen, viele davon seit einer Reihe von Jahren. Einige der Gefangenen, die auf die Hinrichtung warten, werden wegen Drogendelikten festgehalten, es gibt aber auch mehrere politische Gefangene. Trakt 4 des Gefängnisses hat vier Personen in Todeszellen für die Zugehörigkeit zu politischen Gruppen, für Mord und Drogendelikte.

Der Bericht von Amnesty International liefert nur Einzelheiten über vier Gefängnisse, aber die Fälle sind in vielen anderen Haftanstalten im ganzen Land ähnlich gelagert.

Das iranische Regime ist berüchtigt dafür, dass es politische Gefangene und Mitglieder der Opposition hinrichten lässt. Es gibt auch viele Iraner, die im Gefängnis sind wegen der Teilnahme an den jüngsten Protesten, die das Land überzogen.

Im Jahr 1988 wurden mehr als 30 000 politische Gefangene hingerichtet im Zuge dessen, was als das Massaker von 1988 bekannt wurde. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das in der Bevölkerung des Iran niemals vergessen wurde, das aber eines ist, für das das iranische Regime niemals zur Verantwortung gezogen worden ist.

Ebenso wenig wurde das iranische Regime für die willkürlichen Hinrichtungen verantwortlich gemacht, die fast täglich stattfinden. Es wird Zeit, dass die internationale Gemeinschaft sich hinter die Bevölkerung im Iran stellt und sie vor dem mordenden und folternden Regime schützt, das außerdem das Land und seine Ressourcen schlecht verwaltet.