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Iran- Coronakrise: 117.000 Toten

NWRI- Nach Monaten der Vertuschung und der Inaktivität hat die COVID-19 Krise im Iran einen Punkt erreicht, wo selbst die Vertreter des Regimes und die staatlichen Medien zugeben müssen, dass die Krise ein erhebliches Ausmaß erreicht hat. Die steigenden Todeszahlen lassen befürchten, dass eine noch größere Katastrophe bevorsteht.

Die Vertreter des Regimes mehrerer Provinzen, darunter auch Teheran, gaben weitere Schließungen und Beschränkungen im sozialen Bereich bekannt. Regierungsjobs in Fabriken und Büros sollen geschlossen werden, dennoch sollen Arbeiter und Angestellte weiter arbeiten gehen. Das Regime erlegt also wieder einmal den Preis seinem Volk auf. Dennoch geben nun auch die eigenen Vertreter des Regimes zu, dass die Situation im Iran einen „schwarzen Status“ erreicht hat.

Überblick der aktuellen Situation

Staatliche Zeitung Jahan-e Sanat – 9. August 2020

Die Berichte der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK) zeigen, dass bis zum Dienstag mehr als 117.000 Menschen im Iran ihr Leben durch den COVID- 19 Virus verloren haben. Die offiziellen Zahlen hingegen sprechen von 27.419 Toten, was nur rund ein Fünftel davon ist. Mohammad Reza Mahboub-Far, ein früheres Mitglied in der Coronavirus Taskforce des Regimes, sagte am 9. August in einem Interview mit der staatlichen Zeitung Jahan-e Sanat:“ Die Zahlen, die von den Vertretern über die Coronavirus Fälle und die Todeszahlen verbreitet werden, entsprechen nur 5% der wahren Todeszahlen im Land.“

Rouhani’s Reaktion und die Realität

Der Präsident des Regimes, Hassan Rouhani, lügt das Volk von Tag 1 der Coronavirus – Krise an und beschuldigt es, für den Ausbruch des Virus verantwortlich zu sein, weil es die Gesundheitsvorgaben mißachtet und keine Masken trägt. Doch es ist vor allem die katastrophale Wirtschaftspolitik des Regimes, welche es dem normalen Bürger unmöglich macht, selbst minimale Hygieneprodukte wie Masken und Desinfektionsmittel zu erwerben.

Die staatliche Zeitung Aftab-e Yazd schrieb am Dienstag:“ : Wir haben in vielen anderen Ländern erlebt, wie die Regierungen die Dinge jedem frei zur Verfügung stellten, die nun notwendig sind. Doch in unserem Land hat die Regierung nie freie Masken an die Öffentlichkeit verteilt. Der Preis von Masken ist vielmehr stark unterschiedlich und Familien können sie sich nicht leisten, weil sie bei der starken Inflation, der Armut und der Arbeitslosigkeit sehen müssen, wie sie überhaupt überleben können. Hinzu kommt, dass das Mißtrauen der Menschen in die Regierung in den letzten acht Jahren gestiegen ist, weil kein Versprechen eingelöst wurde.“

Anstatt freie Masken an das Volk zu verteilen, belegen die Regimevertreter nun jeden mit einem Bußgeld, wenn er seine Maske nicht trägt.

Die Regimevertreter sprechen nun davon, wie gefährlich die Situation ist. Laut Masoud Mardani, einem Mitglied des Wissenschaftskomitees in der Nationalen Taskforce zur Bekämpfung des Coronavirus (NCCT), heißt es:“ Kein Krankenhaus,  mit dem ich arbeite, hat mehr leere Betten. Andere Krankenhäuser sind auch voll.“ (Staatliches TV, 5. Oktober 2020).

Alireza Zali, der Leiter des NCCT in Teheran, sagte ebenfalls am Dienstag gegenüber dem staatlichen TV: „116 Menschen sind in Teheran in den letzten 24 Stunden gestorben. Wir hatten in den letzten 72 Stunden die schlimmste Lage. 25 von 100.000 Menschen sind infiziert und das ist kritisch und im Statu Rot. In Teheran gehen wir bereits über diese Schwelle.“

Wie konnte die Situation so kritisch werden?

Das iranische Regime kündigte die Existenz von COVID-19 im Iran gegen Ende Februar an. Dies war mindestens anderthalb Monate, nachdem das Virus von China in den Iran übertragen worden war. Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) veröffentlichte Berichte der Nationalen Notfallorganisation des Regimes, aus denen hervorging, dass bereits Anfang Januar Patienten, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde, ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Das Regime weigerte sich, die Öffentlichkeit über den Ausbruch des Coronavirus im Iran zu informieren. Einer der Gründe war der Plan der Mullahs, ihre Scheinwahlen zum Parlament abzuhalten, damit genug Leute zur Wahlurne kommen, um ihre Herrschaft nach dem brutalen Vorgehen bei dem großen Iran – Protest im November zu legitimieren. Diese eher als „Auswahl“ zu bezeichnende Wahl stieß auf einen beispiellosen Boykott. Trotzdem wurden die wenigen teilnehmenden Anhänger des Regimes Wirt des Coronavirus und verbreiteten es im ganzen Land. Das Regime weigerte sich dennoch monatelang, einen Lockdown zu verhängen.

Als es dies tat, weigerte sich das Regime, Menschen während der Quarantänezeit finanziell zu helfen, weil das Regime damit beschäftigt war, seine terroristischen Söldnergruppen zu finanzieren oder neue Raketen zu bauen. Also zwangen sie die Menschen zur Arbeit zurück, eröffneten die Schulen wieder, hielten Aufnahmeprüfungen für Universitäten und die Ashura-Trauerzeremonien ab, wodurch sich das Virus unter den Menschen weiter ausbreitete.

Der wahre Grund

Die großen Iran – Proteste brachten das Regime an den Rand des Zusammenbruchs. Die Mullahs konnten die Gesellschaft vorübergehend unterdrücken, indem sie 1500 Demonstranten töteten. Dennoch warnen die eigenen Vertreter und die staatlichen Medien des Regimes immer wieder davor, dass die Wut der Menschen wie “Asche unter dem Feuer” weiter glüht und ein weiterer Aufstand möglich ist.

Als COVID-19 in den Iran kam, ergriffen die Mullahs die Gelegenheit. Der oberste Führer des Regimes, Ali Khamenei, nannte es eine Prüfung und einen Segen, Rouhani spielte die Krise herunter und andere Vertreter folgten seiner Führung. Kurz gesagt, das Regime versuchte, COVID-19 und seine massenhaften Opfer zur Kontrolle der Gesellschaft einzusetzen. Jetzt ist die Situation sogar außerhalb der Kontrolle des Regimes. Die zunehmenden COVID-19 Todeszahlen gehen mit dem zunehmenden Hass der Menschen auf das Regime und seiner kriminellen Politik einher.

Darüber hinaus versuchte das Regime, Sanktionen als Grund für den Mangel an Medikamenten und Instrumenten zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus verantwortlich zu machen. Abgesehen von der Tatsache, dass Medikamente nicht unter die internationalen Sanktionen fallen, haben viele Regimemedien zugegeben, dass die wirtschaftlichen Probleme der Menschen auf die falsche Wirtschaftspolitik des Regimes zurückzuführen sind. In diesem Zusammenhang schrieb die staatliche Tageszeitung Hamdeli am Samstag in Bezug auf den wirtschaftlichen Zusammenbruch im Iran: „Ist die aktuelle Wirtschaftslage nur das Ergebnis von Sanktionen oder das Ergebnis inkorrekter wirtschaftlicher und politischer Maßnahmen einer Gruppe politischer Entscheidungsträger, Gesetzgeber und Planer?”

Darüber hinaus hat am Samstag die Tageszeitung Setare-Sobh in einem Artikel weiter hervorgehoben, dass die wirtschaftlichen Probleme des Iran auf das Mismanagement des Regimes zurückzuführen sind. „Einige Menschen haben schon immer von der Wirtschaftskrise des Landes profitiert und wollen keine Probleme lösen. Die derzeitige schlechte wirtschaftliche Situation des Landes ist nicht das Ergebnis des Handelns einer Regierung oder einer Person, sondern 40 Jahre falsche Politik und unüberlegte Entscheidungen haben das Land in diese Wirtschaftskrise gebracht. “

Die Lösung

In Bezug auf die Lösung der Probleme muss die internationale Gemeinschaft eingreifen und die COVID-19-Krise im Iran unabhängig angehen und den betroffenen Menschen helfen. Die ultimative Lösung ist jedoch, was die iranische Oppositionspräsidentin Maryam Rajavi kürzlich wiederholt hat: „Der rasche Anstieg der Zahl der Coronavirus-Opfer im Iran ist Teil der Strategie der Mullahs, Massenopfer zu schaffen, um der Gefahr eines Aufstands und ihrem Sturz zuvorzukommen. “Daher ist der Regimewechsel im Iran heute nicht nur für die Freiheit und Demokratie im Iran notwendig, sondern auch für die Gesundheit jedes Einzelnen und den Schutz seiner Häuser, Städte und Dörfer vor Naturkatastrophen unverzichtbar“.

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