Iran: Menschenrechtsverteidigerin unter unmenschlichen Bedingungen in Gefangenschaft

Wegen ihrer Menschenrechtsarbeit und ihrer Mitwirkung an einer Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe wurde die Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi im Iran zu 16 Jahren Haft verurteilt. Obwohl sie schwer krank ist, wird ihr die nötige medizinische Behandlung verwehrt.

Die iranische Journalistin und Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi (im Bild mit ihren Kindern) wurde im Jahre 2016 in Teheran zu 16 Jahren Haft verurteilt. Der Grund für ihre Verurteilung ist ihre Menschenrechtsarbeit und ihre Mitwirkung an einer Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe im Iran. Ihr Ehemann musste mit den beiden Kindern aus dem Iran fliehen.

Narges Mohammadi, der im Dezember 2016 in Abwesenheit der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar verliehen wurde, wird im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. In einem Bericht der Deutschen Welle vom 08.03.2017 werden die Haftbedingen in dem Gefängnis so beschrieben: “Es ist bekannt für seine unmenschlichen Haftbedingungen. Laut Augenzeugenberichten werden die Häftlinge dort täglich erniedrigt, gedemütigt und gefoltert.“

Darüber hinaus, so der Bericht weiter, werde Narges Mohammadi die nötige medizinische Behandlung verwehrt. „Mohammadi ist schwer krank. Sie leidet an einem Blutgerinnsel in der Lunge sowie an einer neurologischen Erkrankung, die dazu führt, dass sie immer wieder Krampfanfälle und  Lähmungserscheinungen bekommt.“

In dem Bericht sagt ihr Ehemann Taghi Rahmani: “Sie ist im Gefängnis krank geworden, dort wurde ihre Krankheit diagnostiziert”. Im Moment sei ihr Zustand stabil, sie bekäme auch Medikamente. Dann aber fügt er noch etwas hinzu. “Ihre Krankheit ist nicht vereinbar mit dem Gefängnis. Deshalb geht es ihr zunehmend schlechter.”

Eigentlich bräuchte Narges Mohammadi durchgehend fachärztliche Betreuung – doch das ist im Gefängnis unmöglich. Zwischenzeitlich stimmten die Behörden einer Verlegung ins Krankenhaus zu: als Patientin in Handschellen. Nach wenigen Wochen aber wurde die Behandlung abgebrochen und Mohammadi gegen den ärztlichen Rat zurück ins Evin-Gefängnis gebracht. Nach Ansicht von Amnesty International verstößt die unzureichende medizinische Versorgung von Häftlingen gegen die internationalen menschenrechtlichen Verpflichtungen des Iran.