Menschenrechte

Iran: Selbstmorde, Folge von Verletzungen der Menschenrechte

Im Januar hat eine junge Frau im Iran Selbstmord begangen. Es ist traurig, dass Selbstmord bei iranischen Frauen jetzt mehr und mehr üblich wird wegen einer Reihe sozialer Missstände, wozu auch die staatlich verfügte Frauenfeindlichkeit gehört. Im Falle Mahdis passierte es jedoch einen Tag, nachdem sie aus dem Gefängnis entlassen worden ist.

Sie wurde von iranischen Bediensteten des Unterdrückungsapparates sexuell missbraucht. Dies schreibt Suna Samsami in ‚THE HILL‘ vom 5. März 2017. Hier der vollständige Text ihres Artikels:

Im Alter von gerade einmal 26 wurde die ehrgeizige Ingenieurin von Agenten des Nachrichtendienstes am 24. Januar inhaftiert. Als sie freigelassen wurde, war sie nicht mehr die gleiche. Ihr Schicksal war ähnlich dem einer 23-jährigen Studentin der Politikwissenschaft, die sich auch das Leben nahm, nachdem sie vier Monate im Gefängnis verbracht hatte.
Diese herzzerreißenden Geschichten zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der groben Verletzungen der Menschenrechte, die von den religiös fundamentalistischen Herrschern im Iran begangen werden. Die Vergewaltigung weiblicher Gefangener ist im Iran eine übliche Praxis.
Vor kurzem hat Amnesty International einen vernichtenden Bericht erstellt, im dem Teheran verurteilt wird dafür, dass es „in erheblichem Maße die Rechte der freien Meinungsäußerung, des Zusammenschlusses, der friedlichen Versammlung und des religiösen Glaubens“ unterdrückt.
„Frauen und Mädchen“, heißt es ergänzend, „sahen sich durchgängig Gewalt und Diskriminierung gegenüber“.
Der Bericht fährt damit fort, dass er „die ausgedehnte Anwendung der Todesstrafe“ durch das Regime hervorhebt, „indem es Hunderte von Hinrichtungen vollstreckt, einige öffentlich“.
„Mindestens zwei jugendliche Straftäter wurden hingerichtet“ im Verlauf des Jahres 2016.
Seit Beginn des Jahres 2017 hat die Theokratie im Durchschnitt alle 8 Stunden eine Hinrichtung vollstreckt. In den ersten beiden Wochen des Februar waren 25 Jugendliche unter den Opfern, alle unter 30 Jahre alt. Offiziell gibt es 160 Jugendliche im Todestrakt.  Die wirkliche Zahl dürfte weit höher liegen.
All dies ereignet sich unter dem sogenannten „gemäßigten“ Präsidenten Hassan Rohani, der es geschafft hat, nach dem Atomabkommen einige westliche Unternehmen mit Handelsmöglichkeiten zu ködern.
Zugleich werden die Spielarten an Unterdrückungskräften des Regimes losgelassen, um die Grundfreiheiten außer Kraft zu setzen. Vor kurzem wurde ein 14-jähriges Mädchen von der „Moralpolizei“ geschlagen und verhaftet, weil es an seinem Geburtstag aufgerissene Jeans getragen hat.
Zwei Frauen wurden in Dezful festgenommen, weil sie Motorrad fuhren. Ein örtlicher Polizeioffizier sagte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur aus, die Frauen „begingen Handlungen gegen die revolutionären Normen und Werte, indem sie Motorrad fuhren“.
Die Mullahs haben vier Jahrzehnte damit verbracht, dass sie abweichende Meinungen unterdrückt haben, Menschen wegen ihres Glaubens gefoltert oder getötet, Frauenfeindlichkeit legalisiert und institutionalisiert, Opponenten auf offener Straße hingerichtet, Glieder abgehauen und Frauen zu Tode gesteinigt haben.
Aber das große Ausmaß ihrer Verbrechen ist damit noch nicht zuende. Im Sommer 1988 hat das iranische Regime nicht weniger als 30 000 politische Gefangene hingerichtet, von denen die meisten junge Helfer der Hauptopposition, der Mujahedin-e Khalq (MEK) waren.
 In einem Tonband, das im vergangenen August zum ersten Mal veröffentlicht worden ist, hört man, wie die ehemalige Nummer 2 an der Spitze des Regimes Hossein-Ali Montazeri anderen hohen Vertretern des Regimes gegenüber erklärt, dass die Hinrichtungen als „das größte Verbrechen in der Islamischen Republik“ anzusehen ist, „für das die Geschichte uns verurteilen wird“.
Montazeri, der im Jahr 2009 gestorben ist, hat zugegeben, dass Mädchen im Alter von 15 und schwangere Frauen unter den Opfern des Massakers von 1988 waren,
Am 1. März haben sechs Menschenrechtsgruppen mit beratender Funktion in der Menschenrechtsorganisation der Vereinten Nationen sich zusammengetan, um eine Erklärung im Rahmen der derzeitigen Sitzungsperiode des Menschenrechtsrats abzugeben, in der das Massaker von 1988 verurteilt wird.
Diese Menschenrechtsgruppen haben dem Hohen Kommissar der UNO für Menschenrechte und dem UN Menschenrechtsrat empfohlen, eine internationale Kommission zur Untersuchung des Massakers einzusetzen.
Sie riefen auch den Sonderberichterstatter für die Menschenrechtssituation im Iran Asma Jahangir und den Sonderberichterstatter für die Unterstützung der historischen Wahrheit Pablo de Greiff dazu auf, unabhängig voneinander Ermittlungen über das Massaker anzustellen.
Im Lichte der grauenhaften Verletzungen der Menschenrechte durch das Regime können westliche Regierungen die Mullahs nicht moralisch oder strategisch einbinden. Die Vereinigten Staaten sollten eine feste und prinzipiengeleitete Politik einschlagen, die Teheran für seine Verbrechen und den Terrorismus verantwortlich macht und die demokratischen Bestrebungen des iranischen Volkes unterstützt, das der wahre Verbündete des Westens ist.
Zu viele junge Mädchen des Iran wurden misshandelt, vergewaltigt, gefoltert und getötet. Mahdi hätte am Leben bleiben sollen, um den Iran umzubauen. Wenn die Tausende junger Frauen und Männer nicht 1988 oder im Laufe der letzten 40 Jahre  von einem brutalen Regime umgebracht worden wären, so hätte es die Gelegenheit gegeben, einen demokratischen, friedlichen, atomwaffenfreien und großzügigen Iran zu schaffen.
Es wird Zeit, damit aufzuhören, zu den Verletzungen der Menschenrechte im Iran zu schweigen. Genug ist genug.
Samsami ist Repräsentantin im Nationalen Widerstandsrat Iran (NCRI) für die Vereinigten Staaten, der sich der Etablierung einer demokratischen, säkularen und atomwaffenfreien Republik verschrieben hat.