Menschenrechte

Iran verurteilt politische Gefangene zu 148 Peitschenhieben wegen ihrer Enthüllungen

NWRI- Der Iran hat eine politische Gefangene zu 148 Peitschenhieben verurteilt, weil sie über die schlechten Haftbedingungen im Gharchak Gefängnis gesprochen hat, unter anderem über die Verweigerung einer medizinische Versorgung von Insassen.

Elham Ahmadi, ein Mitglied der religiösen Minderheit der Sufi Gonabadi, wurde wegen dem „Verbreiten falscher Anschuldigungen“ und „der Beleidigung von Angestellten, die ihre Pflicht erfüllen“ nach einer Klage des Leiters des Gefängnisses, Mehdi Mohammadi, verurteilt. Das Urteil wurde auf einer Webseite veröffentlicht. Sie hatte unter anderem gesagt, dass ein anderer Insasse im Gefängnis von Varamin (Süden von Teheran) keine adäquate medizinische Versorgung erhalten habe.

Shahnaz Kianasl, eine inhaftierte Sufi Gonabadi, leidet an inneren Blutungen, dennoch hat sie keinerlei Hilfe von der Klinik im Gharchak Gefängnis erhalten, nachdem sie ein Telefoninterview gemacht hatte, wo sie über die untragbaren Bedingungen in dem Gefängnis berichtet hatte. Kianasl kam später womöglich in ein externes Krankenhaus, wo sie behandelt wurde.

Laut einer Quelle, die mit Ahmadi vertraut ist, aber aufgrund von Repressalien lieber nicht genannt werden möchte, hatte Mohammadi gedroht, dass man sie dafür anklagen würde, weil sie Geheimnisse aus dem Gefängnis verraten habe und er darüber verärgert sei.

Die Vereinten Nationen haben erklärt, dass sie Auspeitschungen als eine grausame und inhumane Bestrafung ansehen, welche gleichbedeutend mit Folter ist.

Ahmadi sitzt bereits eine Haftstrafe von 2,5 Jahren ab. Sie wurde am 20. Februar 2018 verhaftet, nachdem es eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen der Polizei und Sufis gegeben hatte. Die Sufis hatten zuvor friedlich für die Freilassung eines Glaubensanhängers aus dem Gefängnis und dem Ende des Hausarrestes ihres Anführers Nour Ali Tabandeh protestiert. Die Polizei wollte den Protest gewaltsam auflösen, worauf sich die Sufis selbst verteidigt haben. 

Der Ehemann von Ahmadi, Jafar, wurde einen Tag vor seiner Ehefrau verhaftet, am ersten Tag der Auseinandersetzungen. Er bekam eine Haftstrafe von 7 Jahren, die er im Zuchthaus im Großraum von Teheran (GTP) absitzt.

Ihre 16 Jahre alte Tochter und ihr 9 Jahre alter Sohn wurden danach von einer Großmutter versorgt. Doch diese ist mittlerweile zu krank und so kamen sie zu Masoumeh Barakouhi, eine Frau von der Gruppe der Dervische. Die Kinder haben ihre Mutter nur zweimal im letzten Jahr besuchen können, obwohl die Regularien einen Besuch pro Monat vorsehen.

Die Quelle sagte dazu:“ Jeder Gefangene hat das Recht, ein Mal pro Monat Besuch zu bekommen, doch seit ihrer Inhaftierung hat sie nur zweimal Besuch erhalten, einmal im April und einmal im August.“

Fünf Frauen der Sufi sind zur Zeit im Gharchak Gefängnis inhaftiert. Sie haben Haftstrafen zwischen einem und zwei Jahren erhalten, die sich auf die Ereignisse im Februar 2018 beziehen. Diese Frauen sind: Ahmadi, Shekoufeh Yadollahi, Sima Entesari, Shima Entesari und Sepideh Moradi.

Mehrere weitere Sufi Gefangene sind auf Kaution frei gelassen worden und warten auf ihren Prozeß.