Menschenrechte

Verfolgung der Religionsgemeinschaft der Baha’i im Iran nimmt zu

Während des gesamten Monats März wurden im Iran Angehörige der Baha’i-Religion verhaftet, zu Gefängnisstrafen verurteilt und vom Studium ausgeschlossen. Ihre Wohnungen wurden durchsucht und ihre Geschäfte geschlossen. Der Grund war allein ihre Zugehörigkeit zur Baha’i-Religion.

In den letzten Wochen wurde die Verfolgung von Angehörigen der Religionsgemeinschaft der Baha’i im Iran erheblich verschärft, wie Menschenrechtsgruppen berichten. Bereits Anfang März hatte Asma Jahangir, UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage im Iran, in einem Bericht erklärt, dass die Lage dieser religiösen Minderheit im Iran „ernste Sorge“ bereite: „Die Bahai’s werden weiterhin systematisch diskriminiert, gezielt verfolgt und ihres Rechtes auf eine Existenzgrundlage beraubt”, erklärte sie. Mindestens 90 Anhänger des Baha’i-Glaubens seien gegenwärtig im Iran allein wegen ihres Glaubens und ihrer Religionsausübung in Haft.

Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm waren Mitglieder des ehemaligen Führungsgremiums der Baha’i im Iran. Sie sind seit 2008 allein aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit in Haft.

Während des gesamten Monats März wurden im Iran Angehörige der Baha’i-Religion verhaftet, zu Gefängnisstrafen verurteilt und vom Studium ausgeschlossen. Ihre Wohnungen wurden durchsucht und ihre Geschäfte geschlossen. Der Grund war allein ihre Zugehörigkeit zur Baha’i-Religion. 

Fünf Angehörige der Baha’i-Religion in Isfahan festgenommen

Am 28. März wurden fünf Bahai’s nach Razzien in ihren Wohnungen in der zentraliranischen Stadt Isfahan festgenommen. Die verhafteten Männer, Ehsan Eshtiagh, Enayat Naimi, Farzad Homayouni, Soroush Pezeshki and Sohrab Taghipour, wurden an einen unbekannten Ort gebracht. Es gibt keine Informationen über ihren weiteren Verbleib.

Navid Moallem in Minudasht verhaftet

Navid Moallem, ein Baha’i aus Minudasht in der nordiranischen Provinz Golestan, wurde am 13. März vor seinem Geschäft verhaftet und in ein Gefängnis gebracht. Moallem und seine Ehefrau Kamelia Bidelian waren zuvor zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden.

Sie gehören zu einer Gruppe von 22 Baha’is aus der Provinz Golestan, die am 17. Oktober 2012 verhaftet und dann vor Gericht gestellt wurden. Während des ersten Gerichtsprozesses wurden diese 22 Baha’is zu Haftstrafen von insgesamt 193 Jahren verurteilt. Nach ihren Anhörungen vor Berufungsgerichten wurde bekannt gegeben, dass für mehrere von ihnen die Haftstrafen von 9 Jahren auf 21 Monate reduziert wurden. Für Kamelia Bidelian und Navid Moallem aus Minudasht wurde die Haftstrafe von 6 Jahren auf 18 Monate reduziert.

Den Baha’is wird „Kollaboration mit feindlichen Regierungen und Propaganda zugunsten des Baha’i-Glaubens in der Provinz Golestan“ vorgeworfen.

Liza Tebyanian in Karaj verhaftet

Liza Tebyanian-Enayati, eine Baha’i aus der Stadt Karaj nördlich von Teheran, wurde am 14. März von Sicherheitsbeamten verhaftet. Aus der Baha’i-Gemeinde wird berichtet, dass sechs Sicherheitsbeamte in ihre Wohnung eindrangen und sie festnahmen, nachdem sie die Wohnung durchsucht und ihren persönlichen Besitz beschlagnahmt hatten, darunter religiöse und nichtreligiöse Bücher, Laptops, etc. Ihre Familie hat noch immer keine Informationen über ihren weiteren Verbleib.

Zuvor war das Geschäft ihres Ehemannes Mansour Enayati von Regierungsbeamten versiegelt worden, weil er der Baha’i-Religion angehört. Im September 2016 waren ihre Tochter und ihr Schwiegersohn, Ahdiyyeh Enayati und Sahba Maslahi, in der südiranischen Stadt Shiraz verhaftet worden.

Sima Keyani in der Stadt Rey verhaftet

Sima Keyani, eine Baha’i aus der Stadt Rey nahe Teheran, wurde am Morgen des 8. März in ihrer Wohnung von Sicherheitskräften verhaftet. Auch ihre Wohnung wurde durchsucht, und mit einem Kleintransporter wurden religiöse Bücher und Bilder sowie Familienfotos abtransportiert. Wo sie festgehalten wird, ist unbekannt, wahrscheinlich wurde sie aber in das Teheraner Evin-Gefängnis gebracht.

Keyvan Pakzadan zu 5 Jahren Haft verurteilt

Keyvan Pakzadan, ein Baha’i aus Teheran, der am 1. Juni 2016 verhaftet worden war, wurde Ende Februar 2017 zu 5 Jahren Haft verurteilt. Er wurde nach seiner Verhaftung 34 Tage lang gefangen gehalten bevor er gegen Kaution freigelassen wurde. Am 22. Januar begann der Gerichtsprozess gegen ihn, und die Strafe wurde am 27. Februar verkündet und mit „Mitgliedschaft in Baha’i-Organisationen” begründet.

Zwei weitere Baha’i-Studenten vom Studium ausgeschlossen

Mahsa Sha`erzadeh, eine Bahai aus Ramhormoz in der südwestiranischen Provinz Khusistan, wurde wegen ihres Baha’i-Glaubens von der Payam-e Nour-Universität in Ramhormoz ausgeschlossen. Sie war dabei, ein Bachelor-Studium im Fach Angewandte Chemie zu absolvieren und hatte eben ihre Abschlussprüfung abgelegt. Sie wurde vom Geheimdienst der Stadt einbestellt und aufgefordert, ihr Studium abzubrechen. Als sie sich weigerte, wurde sie am 1. März ausgeschlossen.

Puya Azami Aqjeh, ein Baha’i aus Teheran, wurde von der Freien Islamischen Universität Rudehen ausgeschlossen. Er war im ersten Semester eines Bachelor-Studiums im Fach Maschinenbau. Im Januar wurde ihm die Ablegung der Semesterprüfung verboten, und man sagte ihm, er habe kein Recht auf eine Universitätsausbildung, weil er ein Baha’i sei. Er ist der sechste studierende Baha’i, der in den letzten Monaten von dieser Universität ausgeschlossen wurde.