ExpertenMenschenrechte

Aufruf an die UNO: Nobelpreisträger verurteilen Hinrichtungen im Iran

„Die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden.“
Eine Gruppe von Nobelpreisträgern hat ihre schweren Besorgnisse wegen der fortgesetzten Verletzungen der Menschenrechte im Iran geäußert. 21 Nobelpreisträger aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland und Norwegen haben einen Brief verfasst, in dem sie den Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres bitten, seine guten Dienste zu leisten, „damit durch den Menschenrechtsrat die Situation der Menschenrechte im Iran genau überwacht, die Welt über die Verletzungen, die in dem  Land stattfinden, informiert und diese Verletzungen entschieden verurteilt werden…“ und „auf einen sofortigen Stopp der beständigen Verhaftungen, der Folter und willkürlicher Hinrichtungen hinzuwirken.

Die Täter bei diesen Hinrichtungen müssen zur Verantwortung gezogen werden“. Pejman Amiri, ein iranischer Dissident und freier Autor, schreibt das in einem Artikel in NewsBlaze vom 22. Juli 2017 und in dem Artikel heißt es weiter wie folgt:
Die 21 Nobelpreisträger haben den letzen Bericht des Generalsekretärs über die Menschenrechtssituation im Iran gelobt, in dem er das Massaker von 1988 von mehr als 30 000 unschuldigen Menschen im Iran dafür, dass sie die Freiheit lieben, erwähnt hat, erklärte Dr. J. Roberts, ein Nobelpreisträger für Medizin aus den USA, der die Initiative dazu ergriffen hatte. Das Massaker von 1988 ist derzeit eine schwierige innere Angelegenheit für die brutalen Kleriker im Iran geworden.
Die prominenten Preisträger wiederholten, was sie zuvor gegenüber der UNO angesprochen hatten über das Schicksal der Mitglieder der iranischen Opposition, der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) in den Camps Ashraf und Liberty im Irak, die ständig dem Beschuss von Raketenbatterien ausgesetzt waren.
„In unseren früheren Mitteilungen haben wir unsere äußerste Abscheu vor dem Massaker an Flüchtlingen in den Camps Ashraf und Liberty zum Ausdruck gebracht, die sich alle der brutalen Maßregelung und den Verletzungen der Menschenrechte im Iran widersetzt haben. Wir haben auch unsre Unterstützung geäußert in Bezug auf ihre sichere und unversehrte Umsiedlung aus dem Irak. Glücklicherweise sind die Flüchtlinge jetzt  unter der Aufsicht der internationalen Gemeinschaft in andere Länder gebracht worden, vor allem nach Albanien. Wir sind Zeuge Ihrer direkten Bemühungen als Hoher UN Kommissar für Flüchtlinge bei der Leistung von Hilfe für die Sache der Bewohner von Ashraf und Liberty und wir drücken Ihnen unsere ergebene Dankbarkeit dafür aus“, schreiben sie.
Nobelpreisträger verurteilen die Hinrichtungen im Iran
Nobelpreisträger
Von 2011 bis 2016 hat Guterres als oberster Beamter der UNHCR einen sicheren Transfer der MEK Mitglieder aus dem Irak unterstützt. Er hat persönlich eingegriffen gegenüber dem früheren irakischen Premierminister Nuri al-Maliki, um die Angriffe gegen die Bewohner abzuwenden. Al-Maliki und vom Iran unterstützte Milizen hatten auf Geheiß aus Teheran einen Sturm auf die Mitglieder der MEK entfacht.
„Wir ersuchen Sie, kraft Ihrer neuen Position die irakische Regierung aufzurufen, diesen Bewohnern von Ashraf und Liberty die Kompensation für ihr Eigentum im Irak zu zahlen. Es handelt sich um 600 Millionen $. Als sie im Irak eingesperrt waren, hat die Regierung ihnen nicht erlaubt, ihr Eigentum zu verkaufen, und sie hat sich geweigert, eine Kompensation zu zahlen. Dieses Geld würde es den Bewohnern erlauben, ihre derzeitige Unterbringung in Albanien zu bezahlen, was aus humanitärer Perspektive notwendig und lebenswichtig ist“, heißt es in dem Brief der Nobelpreisträger an Guterres weiter.
„Neben unseren wissenschaftlichen Verpflichtungen, die Wissenschaften voranzubringen und das menschliche Leben zu verbessern, sehen wir auch die Verteidigung der Menschenrechte auf der ganzen Welt als unsere Pflicht an. Wir glauben, dass die beiden Bemühungen der Wissenschaft und der Menschenrechte im Gleichschritt vorankommen müssen, damit eine bessere Welt erreicht wird. Das mutwillige Herum trampeln auf grundlegenden Menschenrechten ist im 21. Jahrhundert vollkommen unakzeptabel“, fügen sie hinzu und werfen damit ein Licht auf ihre Motivation hinter dieser humanitären Initiative, die Hinrichtungen im Iran zu verurteilen, weil er die höchste Zahl an Hinrichtungen pro Kopf in der Welt hat.
Die Hinrichtungen dauern an seit der Farce der Präsidentschaftswahlen im Mai im Iran, durch die der Amtsinhaber Rohani die Präsidentschaft behalten hat. In den letzten Monaten wurden viele Menschen öffentlich erhängt. Diese Hinrichtungen durch den Strang finden statt, obwohl die iranischen Lobbyisten in der ganzen Welt, besonders in den USA, die iranische Regierung und Hassan Rohani als gemäßigt darstellen.
In den ersten Tagen dieses Regimes nach der Revolution von 1979 hat Rohani bei Freitagspredigten zur öffentlichen Hinrichtung von Dissidenten aufgerufen. Sein Justizminister war Mitglied einer Viererkommission, die die Hinrichtung von mehr als 30 000 politischen Gefangenen und Gefangenen aus Gewissensgründen überwacht hat bei dem Massaker von 1988.
Derzeit sind die Angehörigen der hingerichteten Opfer aktiv in den sozialen Medien und rufen dazu auf, dass Gerechtigkeit waltet und dass die Henker und diejenigen, die die Hinrichtungen angeordnet haben, der Justiz überantwortet werden. Der Brief der Nobelpreisträger an den Generalsekretär der Vereinten Nationen betont: „Die Täter bei diesen Hinrichtungen müssen zur Verantwortung gezogen werden“. Das gibt dieser Sache sicherlich eine neue internationale Dimension und ist eine stärkere Stimme für die Forderung, dass Gerechtigkeit geschieht.