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Der Angriff auf die Botschaft der USA im Irak und die Rolle des iranischen Regimes

Die Botschaft der USA im Bagdad wurde nicht von Demonstranten angegriffen, sondern sondern von Terroristengruppen des iranischen Regimes; sie griffen die Botschaften mit ihren Vorgesetzten an.

„Der Angriff auf die Botschaft der USA, der sich heute ereignet hat, sollte nicht mit den legitimen Anstrengungen der irakischen Demonstranten verwechselt werden, die seit Oktober auf die Straße gehen, um der Korruption, die vom iranischen Regime importiert wird, ein Ende zu machen“ – so US-Außenminister Pompeo.

In einem Artikel des „Washington Examiner“ vom 31. Dezember heißt es: „Qais al Khazali, 44 Jahre alt, ist einer der wichtigsten Verbündeten des Iran im Irak; er gründete die Miliz ‚Asaib Ahl al Haq‘, die für Geiselnahme und Mord an Soldaten der USA verantwortlich ist und unlängst bei den umstrittenen Parlaments-wahlen des Irak im Jahre 2018 Sitze gewonnen hat. Er zeigte sich heute mit seinen Freunden bei einer Veranstaltung, die die Regierung der USA als vom Iran geschürte gewalttätige Demonstration verurteilt hat.“

Ferner heißt es in dem Bericht: „Dale ‚Chip‘ McElhattan, der als Leiter der Geiselaffäre der USA in Bagdad jahrelang Erfahrungen mit Khazali gesammelt hat, sagte dem ‚Washington Examiner‘, dessen Beteiligung an der Demonstration sei ein düsterer Hinweis auf das Corps der iranischen Revolutionsgarden.“

In einem exklusiven Bericht schrieb am 15. November 2019 der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) über die Rolle von Iraj Masiedi, den iranischen Botschafter im Irak: „Masiedi spielte bei der Bildung krimineller paramilitärischer Truppen des Namens ‚Populäre Mobilisierungstruppe (PMF)‘ eine führende Rolle. Er bezeichnete die PMF als ‚eine Truppe, die dem Höchsten Führer strikte Gefolgschaft leistet‘; sie ‚habe ihm zu Diensten zu sein – ihm und der heiligen Sache der Islamischen Republik des Iran‘.

Ferner heißt es in dem Bericht des NCRI: „Am 24. April 2019 veranstaltete die PMF des Irak eine Versammlung namens ‚Dank an Iran‘; dabei stattete sie den Handlungen des Mullah-Regimes im Irak ihren Dank ab. An der Versammlung nahm auch Masjedi teil – in Gesellschaft einiger Kommandeure der Quds-Truppe des IRGC und Leiter der PMF, darunter Hadi-Al Ameri, Abu-Mehdi Mohandess und Falih Alfayyadh.“

Der iranische Widerstand erklärt schon seit Jahren, daß die Präsenz des iranischen Regimes im Irak nicht nur das iranische und das irakische Volk bedroht, sondern den Frieden und die Sicherheit in der gesamten Region gefährdet.

Am Dienstag griffen vom Iran gedeckte Milizen im Irak die Botschaft der Vereinigten Staaten in Bagdad an. Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten, versicherte sofort, an diesem Angriff sei das iranische Regime direkt beteiligt gewesen.

Dieser Angriff auf die Botschaft der USA im Irak gehorcht dem Muster der iranischen Geiselkrise von November 1070, als die Botschaft der Vereinigten Staaten in Teheran von einer Gruppe von Leuten erstürmt wurde, die sich „als Gefolgsleute der Linie des Imam“ bezeichneten.

Nach einigen Jahren wurden aus den Geiselnehmern die höchsten Funktionäre des iranischen Regimes, darunter Masoumeh (Maria) Ebtekar, dessen Vizepräsidentin. Viele von den damaligen Geiselnehmern bekleiden im Regime immer noch Schlüsselpositionen; daran zeigt sich, daß es den Terrorismus institutionalisiert hat.

Es fragt sich, warum das Regime auf solch eine Aktion verfallen ist.

Die Erstürmung der Botschaft der USA im Jahre 1979 zielte auf die Entfernung der demokratischen Kräfte des Iran, besonders der Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI, Mujahedin-e Khalq oder MEK), von der Bühne der Politik.

Im vorigen Oktober begann im Irak ein landesweiter Aufstand; er richtete sich gegen die Einmischung des iranischen Regimes in den Irak. Er erschütterte einen der Grundpfeiler des iranischen Regimes, nämlich den Export des Terrorismus, der im Irak und durch ihn zum Erfolg kam – vor allem aufgrund der westlichen Beschwich-tigungspolitik. Mit dem Angriff auf die Botschaft der USA durch iranische Agenten verfolgte das Regime den Zweck, den Focus des Protests der Iraker von der iranischen Einmischung in ihr Land auf die Präsenz der Truppen der USA im Irak zu verschieben. Außerdem war es ihm – vergeblich – darum zu tun, die USA gegen die irakischen Demonstranten einzunehmen.

Am 30. Oktober 2019 hatte Hossein Shariatmadari, Vertreter von Ali Khamenei, dem Höchsten Führer des Regimes, in der staatlichen Tageszeitung „Keyhan“, das als Sprachrohr des Regimes gilt, die Erstürmung der Botschaft der USA in Bagdad gefordert.

Der Herausgeber Hossein Shariatmadari schrieb: „In einer früheren Notiz wurde die Erstürmung der US-Botschaft im Iran erwähnt, die der Imam die ‚zweite Revolution‘ nannte. Dabei wurde auch die Frage erhoben, weshalb die irakische Jugend … der Präsenz der US-Botschaft in Bagdad nicht ein Ende macht, da sie doch das Epizentrum der gegen das unschuldige Volk des Irak gerichteten Verschwörung und Spionage darstellt! Warum eliminiert ihr diese ansteckende Wunde nicht aus ihrem heiligen Lande? Die Erstürmung des Spionage-Zentrums der USA im Islamischen Iran und die Eliminierung dieses Epizentrums der Verschwörung hat uns viele Wohltaten beschert; warum sollte die revolutionäre Jugend des Irak ihrem heiligen Land diese Wohltaten vorenthalten?“

Die gegenwärtigen Verhältnisse unterscheiden sich beträchtlich von denen des Jahres 1979. Damals war das iranische Regime auf dem Höhepunkt seiner Macht und mithin in der Lage, von der Erstürmung der Botschaft der USA zu profitieren. Doch heute – inmitten zunehmenden nationalen und internationalen Drucks, darunter den Demonstrationen überall im Iran im November und dem Ende der Beschwichtigungspolitik – wird der Angriff des Regimes auf die Botschaft der USA im Irak nur weiter zu seinem Elend beitragen.

Das irakische Volk oder Agenten des iranischen Regimes?

Das iranische Regime hat versucht, den Angriff auf die Botschaft der USA im Irak als populäre, freiwillige Handlung hinzustellen. Doch die Anwesenheit sowohl des Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) als auch des Kommandeurs der Quds-Truppe, Qassem Soleimani während des Angriffs sowie die Anwesenheit bekannter Agenten des Regimes – wie Abu Mahdi al Muhandis, Qays al-Khazali, Hadi al Amari und Faleh al-Fayyad – in der ersten Reihe dieser sog. „Demonstranten“ führte zu einem erheblichen Fehlschlag der Propaganda des Regimes.

Der Außenminister der USA, Mike Pompeo, schrieb auf Twitter: „Der heutige Angriff wurde von Terroristen orchestriert – Abu Mahdi al Muhandis und Qays al-Khazali – und von iranischen Helfershelfern begünstigt – Hadi al Amari und Faleh al-Fayyad.“