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Großdemo durch Regierungsviertel gegen Todesstrafe im Iran

Berlin. In Berlin wollen heute Tausende Menschen für Menschenrechte und gegen die Todesstrafe im Iran auf die Straße gehen. Laut Polizei erwarten die Veranstalter zu der Demonstration durch das Berliner Regierungsviertel 12 000 Teilnehmer. Angemeldet wurde der Protestzug demnach von der Exil-Iranischen Gesellschaft. Unter dem Motto: “Solidarität mit den Bürgerprotesten im Iran – Gegen die Todesstrafe” ist ab 17.00 Uhr eine Kundgebung auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor geplant. Anschließend wollen die Demonstranten nach Angaben der Veranstalter zum Kanzleramt ziehen.

Die Polizei geht von einem störungsfreien Verlauf aus. Autofahrer müssen sich in Mitte wegen der Demonstrationen auf Sperrungen und Verkehrseinschränkungen zwischen 17.00 Uhr und 23.00 Uhr einstellen. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) wird die Straße des 17. Juni zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor gesperrt. Die Demonstration verläuft unter anderem über die Dorotheenstraße, die Reinhardstraße und die Otto-von-Bismarck-Allee.

Im Iran wird die Todesstrafe unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung, bewaffneten Raubes und schwereren Drogenhandels verhängt. Auch bei schwerer Militärspionage kann es zu Todesurteilen kommen. Der Iran steht seit Jahren wegen zahlreicher Hinrichtungen im Fokus internationaler Kritik. Ende Juni wurde ein Iraner wegen angeblicher Spionage für den US-Geheimdienst CIA hingerichtet. Wenige Tage zuvor wurden drei Männer wegen der Vergewaltigung einer Frau erhängt. Laut Amnesty International wurden im Jahr 2018 mehr als 250 Hinrichtungen im Iran dokumentiert.

( dpa )
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