FundamentalismusInternMenschenrechtePresseerklärungWiderstand

Iran: 23.100 Todesfälle durch das Coronavirus in insgesamt 251 Städten

Maryam Rajavi: Wieder einmal zeigte sich an dem Verhalten Khameneis, daß das religiöse Regime sich in einer tödlichen Sackgasse befindet; es zeigte sich, daß dem Regime das Leben des Volkes gleichgültig und ihm nur an der Erhaltung seiner Macht gelegen ist

Die Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI / MEK) gab heute, am 9. April 2020, bekannt, daß der vom Coronavirus bewirkte Todeszoll in insgesamt 251 Städten des Landes die Zahl 23 100 überschritten hat.

Die Zahl der Todesopfer beträgt in Teheran 3 050, Gilan 2 100, Khorasan Razavi 1 900, Isfahan 1 810, Khuzestan 1 000, Alborz 910, Kermanshah 670, West-Azerbaijan 650, Hamedan mindestens 590, Loresan 540, Kurdistan 390, Semnan 370, Kerman 365, Ost-Azerbaijan 355, Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad 135, Chaharmahal und Bakhtiari 100 und Bushehr 80.

Medizinische Kreise in Karaj weisen darauf hin, daß die Zahl der Toten allein in der Stadt mehr als 800 beträgt und alle Bestattungen, bei denen als Todesursache akute Erkrankung der Atmungswege angegeben wird, in Wirklichkeit auf das Coronavirus zurückzuführen sind. Nach diesen Quellen sterben in der Provinz Alborz täglich mehr als 20 Personen am Coronavirus; wenn man die Zahlen derer hinzunimmt, bei denen die Todesursache nicht angegeben wird, nimmt die Zahl auf mindestens 30 zu.

In Neyshabur (im Nordwesten des Iran) steigert sich die Zahl der Toten täglich. Die Krankenhäuser können nicht mehr adäquat handeln, und der Hauptfriedhof der Stadt steht vor schweren Engpässen. Bis zum 6. April 2020 sind etwa 180 Todesopfer auf dem Hauptfriedhof bestattet worden. Die Sicherheitskräfte hindern die Leute am freien Eintritt in den Friedhof. Patienten, die auf den Dörfern sterben, werden dort bestattet; ihr Tod wird nirgends registriert.

Während Khamenei und Rouhani den Menschen die Rückkehr zur Arbeit befehlen, sagte Alireza Zali, der Leiter der in Teheran ansässigen Nationalen Taskforce zur Bekämpfung des Coronavirus: „Seit dem Beginn der Ausbreitung des Coronavirus haben wir ständig eine Zunahme der Patienten – außer an zwei oder drei Tagen. … Während der letzten drei Tage erlebten wir eine besorgniserregende Zunahme der kritisch Kranken – sowohl bei den Einheiten, die die Patienten aufnehmen, als auch bei denen, die sie ambulant behandeln. … Teheran ist eines der wichtigsten Zentren der Ausbreitung – mit keiner anderen Provinz zu vergleichen.“ Die Zahl der Toten in Teheran ist so groß, daß Zali die Anstrengungen der städtischen Beamten und der Bestattungsorganisation „Behesht-e Zahra“ zur Bestattung der Leichen als „großes Drama“ bezeichnete.

Vor drei Tagen nannte Rouhani die Lage in Sistan und Belut-schistan „klar“ (d. h. frei vom Virus). Gestern schrieb die staatliche Tageszeitung „Shahrvand“, in einem Brief an den Gouverneur Seyed-Saeid Seyed-Hosseini habe der Leiter der Gesundheitsorganisation von Zahedan betont, die Zahl der Patienten habe in den vergangenen zehn Tagen auf das 2 1/2fache zugenommen. Er schreibt: „Voll Sorge erwarte ich für die Provinz den Beginn einer zweiten Welle des Virus in den nächsten Tagen. Wenn die Anzahl der Patienten zunimmt, werden die für Schutz und ärztliche Behandlung vorhandenen Mittel und die Krankenhausbetten nicht mehr ausreichen.“ Derselben Zeitung zufolge sind in Sistan und Belut-schistan 26 Personen gestorben; sie waren als vom Coronavirus angesteckt registriert worden – sowie 135 weitere als an akuter Erkrankung der Atemwege leidend (das ist das Pseudonym des Coronavirus).

Während die der religiösen Diktatur anhaftende Korruption und Inkompetenz zu täglich mehr Todesfällen führt, bezog sich Khamenei – nach zweiwöchiger Abwesenheit – während seiner 45 Minuten dauernden Rede überhaupt nicht auf die zahllosen Todesopfer des Coronavirus; er sprach auch den Trauernden kein Beileid aus, erwähnte nicht die schweren Probleme, mit denen die Menschen konfrontiert sind und versprach keine Hilfe von den hunderten von Milliarden Dollars – dem Vermögen des Volkes, das von den finanziellen Kartellen, die er kontrolliert, ausgeplündert wurde.

Mit Bezug auf die Coronavirus-Epidemie sagte Khamenei: „Es ist im Vergleich mit vielen anderen Problemen eine geringfügige Angelegenheit; wir haben in der Welt und in unserem eigenen Lande viele Probleme erlebt, die nicht weniger schwer wogen. … Wir sollten die Verschwörungen unserer Feinde nicht vergessen. … Niemand möge denken, daß wir, wenn wir unsere Feindseligkeiten einstellen, keine Feinde mehr haben werden. Sie können die Islamische Republik nicht akzeptieren, nicht begreifen, nicht ertragen.“

Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI), sagte: Wieder einmal zeigte sich an dem Verhalten Khameneis, daß das religiöse Regime sich in einer tödlichen Sackgasse befindet und dem Regime das Leben des Volkes gleichgültig ist. Er machte klar, daß es ihm nur um die Erhaltung der herrschenden Theokratie zu tun ist. Wie immer suchte Khamenei die Aufmerksamkeit des Volkes von den Verbrechen des Regimes abzulenken, die es während der vom Coronavirus bewirkten Katastrophe durch Bezichtigung der Feinde und ihrer Verschwörungen begangen hat. Dabei leben immer noch 80 Millionen Iraner unter dem Druck und der Repression, die vom Mullah-Regime ausgeübt wird. Mit Bezug auf die Ermordung von Häftlingen und die entsetzlichen gegenwärtigen Zustände in den Gefängnissen des Regimes gab Amnesty International bekannt, es sei zu befürchten, daß die Sicherheitskräfte in den iranischen Gefängnissen 36 Häftlinge ermordet hätten. Es müssen sofort unabhängige Ermittlungen zum Tod der iranischen Häftlinge angestellt werden. Die Verantwortlichen müssen vor Gericht gestellt werden.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

den 9. April 2020