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Iranische Währung am Boden

NWRI-

Der Iran plant, Maßnahmen zu ergreifen, um den wirtschaftlichen Druck, unter dem das Land steht, zu verringern. Im vergangenen Jahr haben sich die USA aus dem Atomabkommen von 2015 zurückgezogen und Sanktionen wieder in Kraft gesetzt, die eine große Wirkung auf die Wirtschaft des Landes ausüben.

Der Iran will vier Nullen beim Nennwert des Rial streichen, so dass die offizielle Tauschrate mit dem US $ zu 4,2 wird anstelle von 42 000. Jedoch wird das keinen Unterschied machen, weil der Wert des Rial weitaus niedriger ist. Vor ein paar Tagen wurde der Dollar auf dem Schwarzmarkt zu 120 000 Rial gehandelt.

Der Gouverneur der Zentralbank des Iran (CBI) Abdolnaser Hemmati gab zu Beginn des Monats bekannt, dass er Mitglieder des Parlaments davon unterrichtet habe, dass eine Gesetzesvorlage über eine Nennwertumstellung der Regierung zur Prüfung übergeben worden sei. Er sagte dazu, dass eine Umstellung der nationalen Währung etwa 24 Monate brauchen werde ab dem Augenblick, wo das Gesetz vom Parlament gebilligt worden ist, bis zum Drucken neuer Banknoten, nach dem die alten aus dem Verkehr gezogen worden sind.

Erst vor zwei Jahren versuchte das Kabinett von Präsident Hassan Rohani, eine einzige Null bei der Bewertung der Währung zu entfernen. Damals behaupteten die Verantwortlichen, dass sie nicht versuchen wollten, den Nennwert der Währung neu zu definieren, und gaben an, dass es einfach eine Maßnahme sei, um die Transaktionen im Alltag zu erleichtern. Die Maßnahme wurde, obwohl sie von Rohanis Kabinett gebilligt worden war, im vergangenen September letztendlich als zu teuer und unzureichend verworfen.

Im Laufe der Jahre war die Inflation eine beständige Sorge und sie beläuft sich nicht nur auf einzelne Ziffern seit der Revolution von 1979.

Eine Währungsumstellung wurde von Politikern bei verschiedenen Gelegenheiten vorgeschlagen. Als Mahmoud Ahmadinejad im Amt war, schlug ein Versuch fehl, drei Nullen zu entfernen. Damals waren die Verantwortlichen skeptisch, wie der Plan umgesetzt werden könne.

Davor wurde die Neubewertung 1994 erörtert, als es Besorgnisse gab bezüglich einer Hyperinflation (die Inflation betrug 49 Prozent).

Im September des vergangenen Jahres erreichte der Rial die Marke von 190 000 auf dem Schwarzmarkt. Das war der niedrigste Wert, den es jemals gab, und er löste eine Währungskrise aus. Die Zentralbank griff ein und war imstande, die Situation ein wenig zu entspannen, aber immer noch wird der Rial jetzt bei annähernd 120 000 gegenüber dem US $ gehandelt.

Obwohl die Umstellung des Nennwerts der Währung keines der Probleme des Landes lösen wird, ist durchaus klar, dass das ganze Bankensystem reformbedürftig ist.

Eine Neubewertung kann einen positiven Effekt auf die Bevölkerung im Iran haben, aber das wird nur oberflächlich und zeitlich begrenzt sein. Der psychologische Effekt wird, auch wenn er anfangs positiv ist, nicht lange andauern, weil man sich bewusst ist, dass das betrügerische Regime den Reichtum der Nation jahrelang ausgeplündert hat. Viele werden skeptisch gegenüber allen Maßnahmen sein, die von der Regierung ergriffen werden.

Die Menschen im Iran werden jetzt immer ungeduldiger in Bezug auf das Kleriker-Regime, das das Land regiert. Im ganzen letzten Jahr forderte das Volk seine Führer auf, Syrien zu verlassen und sich auf heimische Probleme zu konzentrieren. Es warf ihnen jahrzehntelange Misswirtschaft vor und protestierte gegen seine elende wirtschaftliche und soziale Situation.

Ob das Regime etwas tun kann, um an der Schlamperei, die es angerichtet hat, etwas zu ändern, wird man sehen. Das heißt, wenn ihm die Gelegenheit gegeben wird, eine entscheidende Änderung herbeizuführen. Wenn es nach dem zu allem entschlossenen Volk des Iran geht, wird das Regime in sich zusammenbrechen – eher früher als später.