PresseerklärungWiderstand

Irans Innenminister: Proteste in 100 Städten, Zusammenstöße in 42 Städten

Aufstände im Iran – Nr. 112

Der stellvertretende Innenminister sagte: Die Proteste im Land beziehen sich auf alle aktuellen Themen, sie verbreiten sich schnell und waren gewalttätiger als frühere Proteste. Die Mehrheit der verhafteten Demonstranten hatte bereits zuvor Probleme mit den Sicherheitsbehörden und 85% von ihnen sind unter 35.

Nach all den Lügen und Täuschungen über das wahre Ausmaß der Dimensionen der Aufstände im Dezember und Januar hat das klerikale Regime nun die Wahrheit zugegeben. Der Innenminister sagte:“ Der zentrale Charakter der Proteste war seine große Dimension. In einer Nacht oder zwei Nächten verbreiteten sich die Proteste in 100 Städten und in 42 Städten gab es Zusammenstöße…..Die Proteste griffen schnell auf Städte und andere Dörfer über, viele von ihnen fanden in Ortschaften statt, von denen man noch nie etwas gehört hatte. Nachdem bekannt wurde, wie stark die Proteste sind, wurden sie noch stärker und brachen quasi überall im Land aus…..Rund 900 Polizisten wurden bei den Protesten verprügelt und verletzt.“

Rahmani Fazli, der seine Sorgen über ein erneutes Aufflammen der Aufstände nicht verbergen konnte, sagte weiter:“ Wenn man die Proteste tiefer analysiert, dann kommen anderen Faktoren zum Vorschein, welche der Hauptgrund der Vorfälle waren und leider sind diese Gründe durch die Vorfälle erst richtig öffentlich geworden.“ Über den öffentlichen Ausdruck der Abscheu gegenüber dem klerikalen Regime, vor allem der jungen Generation, sagte er:“ Nach 39 Jahren….haben wir eine neue Generation, die komplett in diesem System und seinen religiösen Werten aufwuchs. In ihr gibt es verschiedene Tendenzen, Gedanken, Verbindungen, Forderungen, Überzeugungen und Bedürfnisse.“ Er ergänzte, dass ein Ignorieren ihrer Forderungen „zu immer mehr Unzufriedenheit und Frustration führt, die irgendwann ein Ventil braucht.“ (Staatliche Tageszeitung Iran – 11. März).

Zuvor hatte bereits Hossein Zolfaghar, der stellvertretende Innenminister und Sekretär des Sicherheitsrates des Regimes, über die Aufstände im Januar gesagt:“ Wir hatten in der Vergangenheit noch kein solches Phänomen. Die Proteste verbreiteten sich sehr schnell bis hin in kleine Ortschaften und die Gewalt der Demonstranten war stärker als zuvor. Die Proteste tangierten alle aktuellen politischen Fragen im Land. Die meisten der verhafteten Personen hatte schon zuvor Probleme mit den Sicherheitskräften und 85% von ihnen sind unter 35. Wir sollten bedenken, dass 70% unserer Bevölkerung unter 40 ist.“ (ILNA, staatliche Nachrichtenagentur – 8. März.)

Die Aufstände bestanden aus Arbeitern, Farmern und anderen benachteiligten Gruppen sowie den ausgeplünderten Anlegern der Finanzinstitute. Sie verbreiteten sich von Teheran und Khuzestan über Isfahan und Arak in das ganze Land. Die Aussagen der Regimevertreter machen deutlich, welche Angst das Regime vor der explosiven Lage in der Gesellschaft und seinen steigenden Ärger hat. Die iranische Gesellschaft fordert immer vehementer das komplette Ende eines korrupten und mittelalterlichen Regimes, was für immer aus der iranischen Geschichte getilgt werden soll.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
11.März 2018