Atomprogramm

Khamenei läßt die Muskeln spielen, um die Schwächung zu bemänteln, die das Nuklearabkommen und das Wahlergebnis bewirkt haben

Khamenei läßt die Muskeln spielen, um die Schwächung zu bemänteln, die das Nuklearabkommen und das Wahlergebnis bewirkt haben

Erstellt: 02. April 2016

Die Firmen „Nuri Industries“ und „Mohaved Industries“ sind größere Zentren zum Bau von Raketen, die atomare Sprengköpfe tragen könnenAli Khamenei,

der Höchste Führer des iranischen Regimes, dessen Stellung durch das Nuklearabkommen und die Wahlen des vorigen Monats erheblich geschwächt wurde, versucht verzweifelt, seine verlorene Position durch nukleares Muskelspiel wiederherzustellen.Dazu sagte er heute: „Es ist jetzt die Zeit für beides – Raketen und Diplomatie.“ Dabei spricht er von den im vorigen Monat getesteten Raketen, die atomare Sprengköpfe tragen können.Zu seinem Muskelspiel gehörten Angriffe auf seine Rivalen, wie sie es in dieser Form noch nicht gegeben hatte: „Wer behauptet, die Zukunft liege in Verhandlungen, nicht in Raketen, ist entweder ignorant oder ein Verräter.“Diese Äußerungen zeigen, dass Khamenei all seine Macht aufbietet, um – in Zuwiderhandlung gegen die Resolution des UN-Sicherheitsrates – seine Atomraketenprojekte fortzusetzen. Sie zeigen, dass er die Diplomatie und die Verhandlungen lediglich als Tarnung zur Fortsetzung dieser Projekte gebraucht. Damit versucht er zugleich, die inneren Krisen des Regimes zu vertuschen, um darin wieder die Oberhand zu gewinnen. Und das alles der Tatsache zum Trotz, dass Hassan Rohani in bezug auf diese anti-iranischen Projekte vollkommen auf derselben Linie liegt wie Khamenei. Siebzig Tage vor dem letzten Raketentest, am 31. Dezember 2015, schrieb Rohani in einer an seinen Verteidigungsminister gerichteten Anweisung: „Das Programm zur Herstellung aller Arten von Raketen, die die Armee benötigt, sollte seriös und zügig fortgesetzt werden.“ Er fuhr fort, das Regime habe niemals „mit irgendjemandem über sein Raketenprogramm verhandelt und wird in diesem Gebiet keine Einschränkungen hinnehmen“. Ferner stellte er fest, in den zwei Jahren seiner Amtszeit habe das Waffenarsenal des Regimes eine Stärke erreicht, die um 80% größer sei als vor 10 Jahren. Das bedeutet, dass die auf das Arsenal verwendeten Ausgaben abzüglich der Inflation mit dem Faktor fünf multipliziert wurden.Am 5. Januar 2016 wies Ali Larijani, der Präsident des Parlaments (Majlis), während des Besuchs einer Raketenbasis der Revolutionsgarde (IRGC) mit Betonung auf „die gesteigerte Unterstützung des Parlaments für Raketeninvestitionen im Rahmen des Sechsten Fünf-Jahres-Plans“ hin.Nach Berichten, die der Widerstand aus Kreisen des Regimes erhalten hat, wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahren – seit dem Beginn der Nuklearverhandlungen und nach dem Nuklearabkommen – der größte Teil des iranischen Steueraufkommens auf die Waffenprojekte, das Kriegsschüren in der Region und Waffenkäufe für die Armee von Bashar Assad verwandt.Die beiden Firmen „Nuri Industries“ und „Mohaved Industries“, die am 24. März 2016 vom Schatzministerium des Vereinigten Staaten auf dessen schwarze Liste gesetzt wurden, sind mit der „Industriegruppe Shahid Hemmat (SHIG)“ verbunden und am Bau ballistischer Raketen, die atomare Sprengköpfe tragen können, beteiligt.Die Firma „Nuri Industries“ (Code Nr. 8500) ist mit der Herstellung atomarer Sprengköpfe beschäftigt. Ihr Chef ist der Ingenieur Naimi; er arbeitet bei der Konstruktion atomarer Sprengköpfe mit Dr. Mehdi Naqian Fesharaki zusammen. Für die Forschung ist der Ingenieur Aram zuständig. An dem Projekt sind nordkoreanische Fachleute beteiligt; sie haben zu dessen Fortschritten erheblich beigetragen. Am 20. Februar 2008 wurde vom iranischen Widerstand während einer Pressekonferenz in Brüssel die Firma „Nuri Industries“ bekannt gemacht.Die Firma „Mohaved Industries“ (Code Nr. 7500) ist mit dem Bau von Shahab-3- und Qadr-Raketen beschäftigt. Sie befindet sich in dem größten Tunnel des Khojair-Komplexes, in dessen zentraler Sektion, und im Banjamali-Gebirge. Dieser Tunnel ist mehr als einen Kilometer lang; sein Durchmesser beträgt 12 Meter. Sechs Tunnel, jeder 500m lang, zweigen davon ab. In den Tunneln befinden sich verschiedene Anlagen und Werkstätten. Dort werden die Raketen zusammengesetzt. Andere Tunnel dienen zu ihrer Lagerung. Der iranische Widerstand hat „Mohaved Industries“ am 21. November 2005 aufgedeckt.Gestern bezeichneten die Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und Deutschland in einem Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen die Raketentests des iranischen Regimes als Verstoß gegen Resolutionen des Sicherheitsrates und forderten eine Sitzung desselben in dieser Angelegenheit.Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates des Iran
30. März 2016