Menschenrechte

Menschenrechtsorganisationen veröffentlichen Jahresbericht zur Todesstrafe im Iran

Dem Bericht zufolge wurden 2017 im Iran mindestens 517 Menschen hingerichtet. Auf die Einwohnerzahl umgerechnet wurden 2017 in keinem Land mehr Menschen exekutiert als im Iran. Über 30 Todesurteile wurden öffentlich vollstreckt.

Die Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights (IHR) hat zusammen mit der französischen Organisation Ensemble Contre la Peine de Mort (ECPM) ihren Jahresbericht zur Todesstrafe im Iran veröffentlicht.

Demzufolge wurden 2017 im Iran mindestens 517 Menschen hingerichtet, ähnlich viele wie in 2016. Damit bleibt der Iran weiterhin das Land mit der höchsten Pro-Kopf-Hinrichtungsrate weltweit. Auf die Einwohnerzahl umgerechnet wurden 2017 in keinem Land mehr Menschen hingerichtet als im Iran. In absoluten Zahlen übertrifft nur China den Iran.

Nur rund 20 Prozent der über 500 registrierten Exekutionen wurden durch offizielle Quellen bestätigt. Über 30 Todesurteile wurden öffentlich vollstreckt. Unter den Hingerichteten befanden sich mindestens fünf zum Tode Verurteilte, die zur Tatzeit minderjährig waren.

Laut den Angaben der Menschenrechtler wurden in der Amtszeit des sich nach außen moderat gebenden Regime-Präsidenten Rohani bereits mehr als 3200 Menschen im Iran hingerichtet.

Die Todesstrafe ist eine grausame und unmenschliche Strafe, die gegen das Grundrecht des Menschen auf Leben und Würde verstößt. Das islamistische Regime im Iran stellt sich dem weltweiten Trend zur Abschaffung der Todesstrafe weiter massiv entgegen und setzt seine grausame Hinrichtungspraxis fort. Tausenden Gefangenen im Iran droht die Hinrichtung, darunter auch politischen Gefangenen und Angehörigen von Minderheiten.

Die Unrechtsjustiz im Iran, die als Unterdrückungsinstrument des Regimes agiert, fällt täglich neue Todesurteile. Die Gerichtsprozesse entsprechen nie den internationalen rechtlichen Standards. Im Iran werden Menschen für Handlungen hingerichtet, die nach internationalem Recht überhaupt keine Straftat darstellen und auf gar keinen Fall die Todesstrafe nach sich ziehen dürfen. Oft basieren Todesurteile auf „Geständnissen“, die durch Folter erpresst werden. Nach Aussagen von UN-Experten kommt die Hinrichtungspraxis des Teheraner Regimes willkürlichen und damit gesetzwidrigen Tötungen gleich.

Menschenrechtsverteidiger haben die Europäische Union und den Europarat, die mehrfach ihre entschiedene Ablehnung der Todesstrafe in allen Fällen und unter allen Umständen bekräftigt haben, erneut aufgerufen, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit die Hinrichtungen im Iran ein Ende haben.