MenschenrechteTerrorismus

Sperrung des iranischen Internets

NWRI – Das iranische Regime hat schwere Restriktionen gegen das Internet verhängt, um eine Ausweitung der Anti – Regime Proteste zu verhindern, doch die Iraner umgingen die Zensur durch den Einsatz von virtuellen privaten Netzwerken (VPN).

Als der Oberste Nationale Sicherheitsrat zum ersten Mal die Geschwindigkeit des Internet drosselte und bestimmte Applikationen schloß, wurden sogar die VPN geschlossen. Diese haben Iraner viele Jahre benutzt, um die Restriktionen zu umgehen. Der technische Unternehmer M. Nouri und sein Unternehmen, welches 15 Mitarbeiter beschäftigt, wurde von diesen Maßnahmen schwer getroffen.

Er sagte:“ Wir konnten nicht mehr mit unseren Usern kommunizieren und haben eine Menge Geld verloren“.

Er brauchte drei Tage lang, ehe man einen anderen Server fand, der seine Firma für mobile App Designs unterstützte und er so sein Geschäft wieder laufen lassen konnte.

Andere hatten im Rahmen der Niederschlagung der Proteste nicht so viel Glück. Die ride-hailing App Snapp und Tausende kleinere Geschäfte, die handgefertigte Teile herstellen, waren davon betroffen.

Einige Menschen befürchten, dass trotz aller Umgehungsstrategien am Ende das Regime die Oberhand gewinnen wird.

A. Rashidi, ein Forscher für Internetsicherheit sagte dazu:“ Es ist wirklich sehr schwer, alles zu umgehen. Fast alle unserer Umgehungswerkzeuge wurden geblockt und die iranische Regime tut alles, um sie zu blockieren.“

Er führt fort:“ Es war 2009 noch nicht so schlimm. Ich kann an einigen Tagen nicht einmal per Internet mit meiner Familie sprechen.“

Selbst Firmen, die in Silicon Valley sitzen, zögern damit, einen freien und fairen Internetzugang im Iran zu fördern, weil sie wirtschaftliche Sanktionen befürchten müssen, sagt Collin Anderson, ein unabhängiger Forscher für Internetpolitik.

Er sagte:“ Es gibt eine Menge verlorene Möglichkeiten, einen freien Fluß von Informationen in den Iran zu schaffen, weil die Firmen wegen möglicher US Sanktionen sehr konservativ verfahren.“

Proteste

Die Proteste begannen am 28. Dezember in der zweitgrößten Stadt Mashhad wegen hoher Arbeitslosigkeit und steigender Lebenshaltungskosten im Iran. Bald entwickelten sie sich zu breit angelegten Anti – Regime Protesten.

In der zweiten Woche wurde deutlich, dass es die größten Proteste seit der grünen Bewegung von 2009 wegen der gefälschten Wahlen sind. Mindestens 50 Menschen starben bei Zusammenstößen mit dem Regime und 1000 wurden verhaftet und es droht ihnen die Todesstrafe.

Um die Kommunikation der Demonstranten zu stören, schloß das Regime Telegram und Instagram, die Internetgeschwindigkeit wurde gedrosselt und das Internet später sogar ganz geschlossen. Diese Taktik wendet das Regime oft an, um Volksaufstände zu verhindern.

Jedes mal, wenn das Regime das Internet zensieren will, dann wird das iranische Volk nur noch besser, dieser Zensur zu umgehen.

Quelle: Los Angeles Times