Menschenrechte

stoppt Christenverfolgung , lasst Gefangene frei im Iran!

Von der Verfolgung im Iran sind besonders Christen mit muslimischer Vergangenheit betroffen, die fortwährend willkürlicher Verhaftung, Schikanierung und Gefangennahme ausgesetzt sind. Der christliche Gefangene Ebrahim Firoozi wurde bereits dreimal zu Haftstrafen verurteilt, weil er den christlichen Glauben angenommen und sich aktiv in seiner Glaubensgemeinschaft engagiert hat.

Vor dem Osterfest erinnern wir an die Gefangenen im Iran, die allein wegen ihres christlichen Glaubens in Haft sind. Unter dem islamistischen Regime im Iran werden immer wieder Christen wegen ihrer aktiven Mitarbeit in ihrer Gemeinde mit der pauschalen Beschuldigung „Gefährdung der Staatssicherheit“ angeklagt und zu langen Haftstrafen verurteilt. Das Regime im Iran hat es darauf angelegt, alle – auch christliche – Einflüsse, die eine Gefahr seiner Machtposition darstellen könnten, zu unterdrücken oder auszumerzen.

Laut dem Weltverfolgungsindex 2017 gehört das Teheraner Regime zu den 10 schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Besonders betroffen sind iranische Christen mit muslimischer Vergangenheit, die im Iran fortwährend willkürlicher Verhaftung, Schikanierung und Gefangennahme ausgesetzt sind.

firouzi-150Zu den christlichen Gefangenen gehört der 32-jährige Ebrahim Firoozi (Bild), der  bereits fünf Jahre in den Gefängnissen des Teheraner Regimes verbracht hat. Ihm wird vorgeworfen, den christlichen Glauben angenommen zu haben und missionarisch tätig gewesen zu sein. Dafür wurde er seit 2010 bereits dreimal zu Haftstrafen verurteilt. Er ist zurzeit im Rajaee-Shahr-Gefängnis in der Stadt Karaj nahe Teheran inhaftiert.

Nach seiner ersten Inhaftierung und Verurteilung in Jahre 2010 wurde Ebrahim Firoozi im März 2012 erneut festgenommen, diesmal unter dem Vorwurf „des Versuchs, eine Website zu erstellen, auf der christliche Lehren verbreitet werden”. Es wurde erneut Anklage wegen „staatsfeindlicher Propaganda” gegen ihn erhoben, wofür er von einem Revolutionsgericht zu einem Jahr Haft und zwei Jahren inneriranischem Exil verurteilt wurde.

Da Ebrahim Firoozi weiter in seiner christlichen Gemeinde aktiv war, wurde er im September 2013 inhaftiert, um seine Haftstrafen zu verbüßen. Seither ist er ununterbrochen in Haft.

Im Jahre 2015 hätte Ebrahim Firoozi eigentlich freigelassen werden müssen, doch im April 2015 verurteilte ein Revolutionsgericht den Gefangenen wegen seiner missionarischen Arbeit zu weiteren fünf Jahren Haft. Ihm wurde vorgeworfen, „eine Gruppe gegründet zu haben mit dem Ziel, die nationale Sicherheit zu gefährden.”

Ebrahim Firoozi hat bereits 2015 Berufung gegen dieses Urteil eingelegt, doch die Entscheidung darüber wurde von der iranischen Willkürjustiz immer wieder verschoben, als vorsätzliche Repressalie gegen den christlichen Gefangenen. Gleichzeitig wurde seine Freilassung verweigert.

Die Berufungsverhandlung fand im Dezember 2016 schließlich statt, und kürzlich wurde bekannt gegeben, dass die Berufung des Gefangenen abgelehnt wurde, so dass Ebrahim Firoozi nun bis Januar 2020 in Haft bleiben muss. Danach wird er zwei Jahre im inneriranischen Exil im Ort Sarbaz in der südostiranischen Provinz Sistan-Baluchestan verbringen müssen.

Der Gesundheitszustand von Ebrahim Firoozi hat sich in der Haft erheblich verschlechtert, da ihm immer wieder die notwendige medizinische Versorgung verweigert wurde.

Die wiederholten Anklagen gegen Firoozi wegen Delikten, für die er bereits früher verurteilt wurde, stellen einen Verstoß gegen Artikel 7 des Internationalen Paktes über Bürgerliche und Politische Rechte dar, der 1975 vom Iran ratifiziert wurde und in dem es heißt: „Niemand darf wegen einer Straftat angeklagt oder verurteilt werden, für die er bereits rechtsgültig gemäß dem Gesetz und dem Strafverfahrensrecht des entsprechenden Landes verurteilt oder freigesprochen wurde.”