Menschenrechtler bezeichnen die Massaker an Demonstrierenden im Iran als Völkermord und fordern die UN-Mitgliedsstaaten auf, unverzüglich Ermittlungen und Strafverfolgungen gegen die verantwortlichen Regime-Funktionäre einzuleiten, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.
Das Regime im Iran ist mit ungeheurer Brutalität gegen die Volkserhebung vorgegangen. Durch die Abschaltung des Internets und der Telefonverbindungen am 8. Januar drangen zunächst nur wenige Berichte über Opfer nach draußen. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass die Zahl der Toten und Verletzten weit höher liegt, als bisher angenommen.

Kampagne im EU-Parlament: Unterdrückung im Iran stoppen!
Die britische Zeitung Sunday Times hat einen Bericht von Medizinern aus acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Iran veröffentlicht. Demnach sollen mindestens 16.500 Demonstranten getötet und 330.000 verletzt worden sein, die meisten davon an zwei Tagen, an denen es regelrechte Massaker gegeben habe. Die meisten Opfer waren demnach vermutlich jünger als 30 Jahre, darunter auch Kinder und schwangere Frauen.

Unter den erschossenen Demonstranten waren viele Minderjährige.
„Das ist eine ganz neue Dimension der Brutalität“, sagte Professor Amir Parasta, ein iranisch-deutscher Augenchirurg und medizinischer Direktor von Munich MED in München, der Zeitung Sunday Times. Parasta behandelte demnach viele der Verletzten während der Proteste im Jahr 2022 und half beim Aufbau eines Netzwerks von Ärzten im ganzen Iran, das den aktuellen Bericht erstellt hat.
„Das sind bewusst vorsichtig geschätzte Mindestzahlen“, fügte Parasta hinzu. Viele der Verletzten gehen nicht ins Krankenhaus, weil sie befürchten, von den Regime-Gardisten aus ihren Krankenhausbetten geholt zu werden, wie in einigen der herausgeschmuggelten Videos zu sehen ist.
„Im Jahr 2022 haben sie Gummigeschosse und Schrotflinten eingesetzt. Dieses Mal verwenden sie militärische Waffen, und wir sehen Schuss- und Splitterwunden an Kopf, Hals und Brust. Ich habe mit Dutzenden von Ärzten vor Ort gesprochen, und sie sind wirklich schockiert und weinen“, fügte Parasta hinzu. „Das sind Chirurgen, die Krieg gesehen haben.“

Paris: Mahnwache für die Opfer der Regime-Gewalt im Iran.
Die Zeitung zitierte auch eine Person, die aus dem Iran geflohen ist. „Sagen Sie der ganzen Welt, dass sie am Freitag auf alle geschossen haben. Die Regime-Truppen haben kaltblütig auf die Köpfe der Menschen gezielt.“ Eine andere Person sagte demnach: „Scharfschützen auf den Dächern schossen den Menschen in den Hinterkopf. Wir gingen gerade spazieren, als plötzlich mehrere Menschen neben uns blutüberströmt zu Boden fielen. Als wir zu ihnen wollten, um die Leichen wegzutragen, eröffneten sie das Feuer auf uns.“

Zürich: Exiliraner trauern um die Opfer im Iran.
Menschenrechtler bezeichnen die Massaker an Demonstrierenden im Iran als Völkermord und fordern die UN-Mitgliedsstaaten auf, unverzüglich Ermittlungen und Strafverfolgungen gegen die verantwortlichen Regime-Funktionäre einzuleiten, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.
