Berlin: Beeindruckende Großdemonstration für Menschenrechte und Demokratie im Iran

Zehntausende Menschen haben gegen die Unterdrückung und für eine demokratische Zukunft im Iran demonstriert: NEIN zur Diktatur – Weder Schah noch Mullahs!

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Am 7. Februar haben sich zehntausende Demonstranten am Brandenburger Tor in Berlin versammelt, um gegen die Unterdrückung im Iran zu protestieren und ihre Solidarität mit der iranischen Volkserhebung für Freiheit und Demokratie zum Ausdruck zu bringen. Mit dieser Großkundgebung wurde ein ermutigendes Zeichen für einen zukünftigen Iran ohne Diktatur und ohne Krieg gesetzt. Exiliranerinnen und -Iraner waren aus ganz Europa zu der Veranstaltung gekommen, zu der über 300 exil-iranische Vereinigungen in mehreren Ländern aufgerufen hatten.

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Fotos von Todesopfern der Massaker des iranischen Regimes im Januar 2026

Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen nicht straflos bleiben!

Die Massaker, die das Teheraner Regimes im Januar an tausenden friedlichen Demonstranten gegangen hat, sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Teilnehmenden der Berliner Kundgebung haben die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die für diesen Völkermord verantwortlichen Regime-Funktionäre weltweit strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Auch der oberste Regime-Führer Ali Khamenei müsse wegen der tausenden toten Demonstranten vor ein internationales Gericht gestellt werden.

Als Reaktion auf die blutige Niederschlagung der Proteste müsse das Teheraner Regime international isoliert und mit härteren Sanktionen belegt werden, darunter mit der Schließung aller Teheraner Botschaften in der EU. Um den Druck auf das Regime zu erhöhen, müssten zudem umgehend die Finanzströme gestoppt werden, von denen das Regime immer noch profitiere.

Die UNO und die EU wurden aufgerufen, sich im Iran einzusetzen:

  • für den Stopp der Regime-Gewalt gegen Demonstrierende
  • für das Ende der Massenverhaftungen
  • für die sofortige Freilassung aller Gefangenen, die im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen wurden
  • für den Stopp aller Hinrichtungen.

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Die Berliner Großkundgebung unterstützte die Forderungen der Menschen im Iran, die der Diktatur selbst und ohne militärische Intervention von außen ein Ende setzen wollen. Sie wollen eine demokratische und säkulare Republik aufbauen – eine Zukunft, die auf Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und der Achtung der Menschenrechte beruht. Die Iranerinnen und Iraner haben mit ihren Massendemonstrationen im Januar deutlich gezeigt, dass sie eine Demokratie, die Trennung von Religion und Staat, die Gleichstellung der Geschlechter und einen atomwaffenfreien Iran wollen.

Wortbeiträge gab es während der Kundgebung von prominenten Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern und Vertreterinnen und Vertretern der exiliranischen Organisationen, die zu dieser Veranstaltung aufgerufen hatten.

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Zu den Rednerinnen aus Deutschland gehörte die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bild). Sie bezeichnete die Lage im Iran als rechtliche und moralische Bewährungsprobe für Europas Konsequenz in Menschenrechtsfragen. „Wir sind am richtigen Ort, am Brandenburger Tor“, sagte sie und stellte damit einen Zusammenhang zwischen Deutschlands eigenen demokratischen Fortschritten und Irans Freiheitsforderung her. Die ehemalige Bundesjustizministerin betonte die große Bedeutung von Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, freie Wahlen und die Trennung von Religion und Staat. Sie forderte die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, in der Iran-Politik den Menschenrechten Priorität einzuräumen: „Die erste Forderung muss lauten: Freilassung der Gefangenen, die inhaftiert wurden, weil sie für ihre Freiheit auf die Straße gingen“, sagte sie und verurteilte die Hinrichtungen.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger rief zum Einsatz für die Rechte der Frauen im Iran auf – für das Recht, ihr Leben selbst zu gestalten, das Recht auf Bildung und das Recht, sich in der Öffentlichkeit ohne erzwungenen Schleier zu zeigen, ohne fürchten zu müssen, für Jahre in Folterkammern eingesperrt zu werden.

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Frauenrechte verteidigen!

NEIN zur Diktatur – Weder Schah noch Mullahs!

Die Demonstranten in Berlin forderten eine demokratische Republik im Iran und wandten sich eindeutig gegen die Wiederkehr der Schah-Diktatur, die bis zu ihrem Sturz im Jahre 1979 verantwortlich für schwerste Menschenrechtsverletzungen, Folter und Hinrichtungen war. Der damalige Schah-Geheimdienst SAVAK war weltweit berüchtigt für die brutale Verfolgung und Folterung von Schah-Gegnern.

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Diejenigen, die sich zurzeit für die Rückkehr der Schah-Familie in den Iran aussprechen, um dort die Herrschaft zu übernehmen, würden sich gegen demokratische und menschenrechtliche Bestrebungen stellen, so die Demonstranten im Berlin. Dazu erklärte die Menschenrechtsaktivistin Sahar Sanaie, die Berliner Veranstaltung richtete sich „gegen jede Form der Diktatur im Iran“. Sie wandte sich auch gegen eine Rückkehr des Schah-Sohns an die Macht. „Reza Pahlavi ist kein Hoffnungsträger, er ist ein Opportunist, der die Freiheitsbewegung für eigene Zwecke ausnutzt“, sagte Sanaie. Er habe keinen Anspruch auf die Macht geerbt.

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Im Gedenken an die Opfer der Januar-Massaker im Iran

Die Mitwirkenden der Berliner Kundgebung gedachten der tausenden Toten, die den grausamen Massakern zum Opfer gefallen sind, welche Regime-Truppen im ganzen Iran an friedlichen Demonstrierenden verübt haben. Familienangehörige von getöteten Demonstranten berichteten von der Brutalität der Regime-Gardisten. Hier Beispiele:

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Nasrin Sabagh und ihr Mann Massoud Dousti (Bild) zeigten das Foto ihres getöteten Neffen Human Sabagh. Der 37-jährige Wirtschaftsingenieur, so berichteten sie, wurde Anfang Januar bei den Protesten in der iranischen Stadt Lahidschan angeschossen. Er starb, weil die Revolutionsgarden keine Rettung zuließen. Human Sabagh verblutete.

Die 67-jährige Nasrin Sabagh sagte, sie habe erst zehn Tage später in Westdeutschland, wo sie und ihr Mann seit 1983 leben, von Humans Tod erfahren, weil das Internet und die Mobiltelefone im Iran nicht funktionierten. Er sei der Sohn ihres Bruders gewesen. Humans Eltern hätten sogar noch für die Munition zahlen müssen, mit der der Sohn erschossen worden sei. Sonst hätten sie seine Leiche nicht ausgehändigt bekommen. 

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Der in Deutschland lebende Iraner Amid Amiry berichtete von den getöteten Demonstranten Amin Heydari (l.) und Ramin Asadifav. „Die beiden Männer wurden bei den jüngsten Protesten getötet“, sagt der 61-jährige Amiry. Ramin habe Verletzten in Karadsch, einer Großstadt in der Nähe von Teheran, helfen wollen. Der Familienvater sei dabei selbst angeschossen worden. Regime-Gardisten hätten ihn danach mit Schlagstöcken getötet. „Mein Bruder war Augenzeuge, er ist mit Ramin aufgewachsen. Seitdem ist er traumatisiert, kann nicht mehr sprechen“, berichtet Amiry. Amin Heydari, ein 30 Jahre alter Verwandter, starb demnach am selben Tag bei einer Demonstration. Er sei mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet worden.