Menschenrechtsermittler der Vereinten Nationen warnen davor, dass die Regime-Justiz im Iran die Verfahren gegen verhaftete Demonstranten beschleunigt und in Kürze weitere Todesurteile und Hinrichtungen drohen, die im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten gegen die Diktatur stehen.

Sara Hossain, Vorsitzende der vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzten Internationalen Untersuchungskommission zum Iran
Die vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzte Internationale Untersuchungskommission zum Iran (Fact-Finding Mission) hat das Teheraner Regime am 23. Juli aufgefordert, die Hinrichtung von zehn Männern, die Anfang des Jahres in der zentraliranischen Stadt Isfahan an Massenprotesten für Demokratie teilgenommen hatten, unverzüglich zu stoppen. Die Kommission wies darauf hin, dass einige Familienangehörige bereits zu letzten Besuchen bei den inhaftierten Demonstranten vorgeladen wurden, was darauf hindeutet, dass die Hinrichtungen unmittelbar bevorstehen.
Die UN-Menschenrechtsermittler verurteilten aufs Schärfste, dass am 19. Juli bereits zwei Demonstranten – der 18-jährige Erfan Esfandiari und der 23-jährige Gol Mohammad Mohammadi – im Gefängnis von Isfahan hingerichtet wurden. Alle zwölf Männer waren im Zusammenhang mit Protesten am 8. Januar auf dem Alikhani-Platz in Isfahan festgenommen worden.
Das iranische Regime, so die UN-Kommission, habe in den letzten Monaten mehrere Todesurteile vollstreckt, die mit den landesweiten Protesten im Dezember 2025 und Januar 2026 zusammenhingen. Seit Dezember seien mehr als 60 Demonstranten, darunter mindestens drei Frauen und zwei Minderjährige, zum Tode verurteilt worden. Laut iranischer Justiz wurden seit März bereits 23 Männer im Zusammenhang mit den Protesten hingerichtet.
Die Menschenrechtsexperten warnten davor, dass die Justiz im Iran die Verfahren gegen Demonstranten beschleunige. In Kürze drohten weitere Todesurteile und Hinrichtungen. Sie bekräftigten ihre Forderung an das iranische Regime, alle Hinrichtungen unverzüglich auszusetzen und ein Moratorium für die Anwendung der Todesstrafe mit dem Ziel ihrer Abschaffung zu verhängen.
Die Internationale Untersuchungskommission zum Iran (Fact-Finding Mission) ist ein Gremium unabhängiger Expertinnen und Experten, das die Regime-Gewalt gegen Demonstranten seit den Protesten von 2022 untersucht. Die Kommission hat die Aufgabe, gerichtsfeste Beweise für Menschenrechtsverletzungen und Völkerrechtsverstöße des Regimes im Iran zusammenzutragen – als Vorbereitung für die internationale strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.
